Griechenland und Albanien

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Moderator: Steve

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Themenstarter
Dietrich
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Griechenland und Albanien

Beitrag von Dietrich » 11. Okt 2013 14:42

Der Balkan ruft:

Albanien scheint Mode: Nicht wenige der kaum zwanzig Motorradfahrer/innen, die wie wir in Venedig einschiffen, haben das Land der Skipetaren zum Reiseziel ausgewählt. Und – dreimal dürft ihr raten – welches Moped überwiegt.
In der Nähe des Dreiländereckes Griechenland – Mazedonien – Albanien überfahren wir die Grenze nach Albanien unweit des in 850 m ü. Meereshöhe gelegenen Prespasees.
Aber der Reihe nach: Nach der Anfahrt auf Venedig mit Volldusche im Allgäu zuckeln wir mit vierstündiger Verspätung wieder mal am Markusplatz vorbei Richtung Igoumenitsa in der Hoffnung, anderntags dort wenigstens noch bei Helligkeit einzutreffen. Das klappt und los geht’s auf Nebenstrassen quer durch den Ipirus zu den Meteora-Klöstern. Davon träumt man in Deutschland: -zig Kilometer stundenlang auf köstlichsten Kurvenstrecken ohne einem Fahrzeug zu begegnen!
Fritz, der sich im vergangenen Jahr noch auf seiner Brutale abgequält hatte freundet sich zusehends mit seiner Dominator an und ich entwickle eine Technik, vermittels eines Stechschrittes, der jeder NVA Parade zur Ehre gereicht hätte, meine bepackte KTM mit ihren 92 cm Sitzhöhe zu erklimmen.
Es ist einzugestehen: Streng genommen sollte ich diesen Beitrag in einem anderen Forum veröffentlichen, trotzdem fühle ich mich dann doch diesem hier irgendwie mehr verbunden, was sicherlich damit zusammenhängt, daß ich hier doch einige persönlich kennen lernen durfte.
Die Eindrücke nach knapp 4000 Kilometern durch Albanien und Griechenland können hier nur schlaglichtartig wiedergegeben werden: Nach meiner Tour im Vorjahr auf die Peloponnes war heuer mal wieder der Athos dran, vor achtzehn Jahren war ich dort, ich schwör´s es war diesmal das letzte Mal. Mit Kleinbussen und Landrovern mich von Kloster zu Kloster transportieren zu lassen ist nicht mein Ding, ebenso wenig mich mit Hundertschaften von osteuropäischen Orthodoxen auf Booten zu drängeln oder mich von russischen Mönchen herablassend behandeln zu lassen, kurzum, auf den alten Maultierpfaden läuft (fasst) niemand mehr.
Werbefotos von pittoresken Bachdurchfahrten sind eine Sache, die Wirklichkeit auf den Straßen in Albanien sieht anders aus. Die Nutzlosigkeit der vielen PS tritt hier ganz schnell zu Tage. Eine vernünftige Motorcharakteristik, ein Fahrwerk, daß viel wegsteckt und vor allem ein geringes Gesamtgewicht (nein, die Fahrwerksgeometrie kann das nur bedingt ausgleichen!) sind die Garanten für Fahrspaß wenn man sich auf Strassen bewegt, die nicht zu erkennen geben, ob es sich um Geteertes oder Schotteriges handelt. Hinzu kommen – vorzugsweise in unübersichtlichen Kurven auftretend- Dreck, Geröll, Ziegenköttel, kraterartige Schlaglöcher und abgefressene Fahrbahnränder. Das Ganze variantenreich kombiniert mit Fahrbahnverwerfungen jeder nur denkbaren Art.
Darüber hinaus hat man es mit Verkehrsteilnehmern zu tun, die ein Spiegelbild der Gesellschaft bilden: Vom rabiat dahinbretternden Umbaugewinnler in seiner schwarzglänzenden Oberklasselimousine bis zum maultiertreibenden Hirtenjungen interpretiert hier jeder seine Straßenverkehrsordnung selbst, höchste Konzentration ist also angesagt.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt mittlerweile auch sehr gut ausgebaute Strassen meist sind es die Hauptachsen zwischen den großen Städten, aber wer will schon die? Und, natürlich, es gibt auch andere Motorräder als BMW GS. Wir trafen z.B. u.a. eine Gruppe Tschechen mit Choppern, ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie blau deren edelste Teile waren…
Entschädigt wird man durch grandiose Landschaftseindrücke vorwiegend im Inland, die sich von den benachbarten Balkanländern dadurch unterscheiden, daß man streckenweise Abschnitte erlebt, die noch relativ unzersiedelt erscheinen. Demgegenüber gibt es Küstenorte, die, geschuldet auch der Hoffnung auf aufkeimenden Tourismus, an Hässlichkeit nicht zu überbieten sind. Schwarzbauten all überall, minderwertige Betongerippe, die, kaum errichtet, schon wieder in sich zusammenkrachen, Aussteifung von Gefachen scheint eher unbekannt. Viel kahles Gestein an der Küste, das wenige Holz dort scheint schon im Hausbrand gelandet.

Neugierig geworden? Soll Fortsetzung erfolgen? Gern gebe ich weitere Infos, z.B. wie ein Navi abkackt, wo es gute Kneipen gibt etc.


Gruß Dietrich

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Daniel
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Re: Griechenland und Albanien

Beitrag von Daniel » 11. Okt 2013 16:44

Ich muss schon sagen , ich bin ein wenig enttäuscht ;)
Sind wir es doch gewohnt das Kürze nicht dein zweiter Name ist , hast du es doch hier bei einer kurzen Droge
belassen. Nun , ich denke mal das ich nicht der einzige bin den du angefixt hast , möchte ich gern mehr davon. :)
Ich hoffe es folgen noch ein paar urlaubsergüsse

Gruß Daniel
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel,aber nicht jeder hat den selben Horizont

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Georg
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Re: Griechenland und Albanien

Beitrag von Georg » 11. Okt 2013 19:24

Mach weiter, du hast eine Schreibe, die man gerne mit den Augen aufsaugt. :thumbup: ;)

Außerdem habe ich gerade Zeit.......zum lesen. :yawn:

Gruß
Georg
Fordere viel von dir und erwarte wenig von anderen. So wird dir viel ärger erspart bleiben. (Konfuzius, chin. Philosoph, 551-479 v. Chr.)


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Re: Griechenland und Albanien

Beitrag von Atschy » 12. Okt 2013 06:19

ja solche Erlebnisse lese ich gerne, bitte mehr davon, erinnert mich irgend wie an meine Griechenland Fahrten :thumbup:
Gruß Atschy

Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht, wie andere es gern hätten

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Zühlsdorfodin
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Griechenland und Albanien

Beitrag von Zühlsdorfodin » 6. Jan 2015 12:15

Ich staune, das du den Bericht über Land und Leute so Kontra schreibst :shifty: . Ich habe die Strassen und das Land 2006 das erste mal befahren.
Unsere Reise ging von Villach an der Adria lang nach Montenegro. Dort nach Albanien, Griechenland, Bulgarien, mit der Donaufähre nach Rumänien. Weiter über Ukraine nach Polen und Berlin Germany. Ich habe auf den 6500 km kein Stück Strasse befahren, welches schlechter war als bei er ersten Tour 2001 durch die Karpaten. Alle Touren mit der 1400er. Sicher gab es Situationen, bei der ein Hilfsmoped mit 160 kg von Vorteil gewesen wäre, aber die waren verschwindend gering. Auch haben GS Fahrer im Flussbett, die Kiste abgewaschen, während die GSX aufrecht blieb. Also Fahrer und Motorrad sollten auch zusammenpassen. Schade das ich den Beitrag erst jetzt lese, Albanien ist ein Traumreiseland für Biker. Keine Probleme mit den Menschen, hilfbereit und rücksichtsvoll auf der ganzen Linie.Preiswerte und relativ gute Übernachtungen und mein bestes Lammsteak habe ich dort gegessen :thumbup: . Wenn man nicht den Proleten raus hängen lässt, entwickeln sich sogar Freundschaften die bis heute gehalten haben. Sicher gab es auch Ecken in den Bergen, in denen sich der gemeine Motorradfahrer nicht wohl gefühlt hätte. Aber ein ganz wichtiger Aspekt ist, ich weiß wo ich hin fahre, da sollte ich mich vorher mit beschäftigen.
Schlimmer ist das Rilagebirge in Bulgarien. Da habe ich schlechte Erinnerungen an die Verkehrswege. Nicht das Land und die Leute, trotz erhaltenem Falschgeld und einer überspitzen Rechnung. Wenn LKWs auf den Standstreifen fahren um die Bikes vorbei zu lassen, das empfinde ich als freundschaftliche Gesten. Oder wenn ein Transporter anhält um ein verunfalltes Moped zu Freunden zu fahren, um es wieder fahrtüchtig zu machen. Passiert in Ditrau/Rumänien. Fazit, Osteuropa ist eine Reise wert, zwar nicht unbedingt mit der Liebsten aber ansonsten genial.
In Bildern kann ich auch so einiges anbieten, wenn da Jemand mal Interesse hat.
Also wenn du das nächste mal in diese Richtung startest, melde dich ruhig mal. Vieleicht passt es und ich bin mit von der Partie...
Gruß Rainer, der manchmal auch Odin ist oder war... :wave:
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.


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